Alles Mist???

Von: Tania Konnerth (www.zeitzuleben.de)

Jede/r kennt es: schlechte Tage oder auch schlechte Phasen. Manchmal sind es eher viele kleine Nickeligkeiten, die uns kontinuierlich die Laune vermiesen, manchmal sind es auch eine Reihe von mittleren oder größeren Nackenschlägen, die uns das Leben schwer machen.

Es gibt keine Tricks gegen solche Phasen, sie gehören zum Leben dazu. Aber es gibt etwas, mit dem wir uns solche Zeiten deutlich schwerer machen als sie es eh schon sind. Und das ist unser Fokus.

Unser Fokus entscheidet ganz wesentlich darüber, wie wir uns fühlen. Je mehr wir auf alles „Schlimme“ im Leben schauen, desto schlechter und mutloser fühlen wir uns. Gelingt es uns, auch etwas Positives wahrzunehmen, können wir neue Kraft schöpfen und fühlen uns besser.

Nun ist das leichter gesagt als getan, denn gerade, wenn etwas schief läuft, neigen die meisten Menschen dazu, erst recht nur noch das Negative wahrzunehmen.

Ich kenne das jedenfalls gut von mir selbst: So lange einige, wenige Dinge schief laufen, kann ich meinen Fokus relativ leicht auf das richten, was gut ist. Aber einem bestimmten Punkt kippt die Sache und dann habe ich mein Augenmerk nur noch auf den Sachen, die negativ sind oder die mir Sorgen machen. Mir fallen dann der graue Himmel und der Regen viel mehr auf als zuvor, an solchen Tagen nehme ich Meldungen über eine Öl-Pest oder eine Katastrophe viel bewusster war und an solchen Tagen scheint mir auch mein Konto leerer als sonst usw. usw.

Wirklich interessant ist daran nun Folgendes: Meine Wahrnehmung hat nur sehr bedingt etwas mit der Realität zu tun. Oder anders gesagt: In den wenigsten Fällen ist das Verhältnis von guten und schlechten Dingen in meinem Leben wirklich so, dass es mehr Schlechtes als Gutes gibt!

In der Rückschau wird mir immer wieder deutlich, dass selbst in den übelsten Phasen es immer noch ganz viel Positives in meinem Leben gab – aber das habe ich weder gesehen, noch konnte ich es fühlen. Das, woraus ich Kraft hätte ziehen können, war komplett überlagert mich all den negativen Sachen, die mich so fertig machten und mit denen, die ich mir noch zusätzlich durch meinen ungünstigen Fokus suchte.

Wie viel besser hätte es mir gehen können, wenn ich in der Lage gewesen wäre, einen Schritt zur Seite zu machen, um das größere Bild zu sehen und nicht nur die Herausforderungen im Blick zu haben, die mir das Leben gerade gestellt hatte!

Noch habe ich selbst nicht ganz verstanden, warum es oft so viel schwieriger ist, sich auch mal die positiven Aspekte bewusst zu machen, als immer stärker aufs Negative zu schauen. Das ist eines dieser seltsamen Programme in uns, die uns manches schwerer als nötig machen. Bewusstwerdung ist hier für mich ein erster Schritt und ich bin selbst dabei, konsequent zu trainieren, gerade in den „Alles ist Mist“-Phasen ganz bewusst auf das Positive zu schauen. Denn ich weiß inzwischen wie gut es mir tut, wenn mir das gelingt – und sei es nur für kurze Momente.

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