Auf dem Weg zur perfekten Führungskraft

 

Vom selbstgecoachten Ich zur perfekten Führungskraft

Es ist schwer, die perfekte Führungskraft zu werden – zumindest, wenn Sie den Anspruch haben, dass jeder Sie als perfekte Führungskraft empfindet! Schließlich hat jeder Mensch eine andere Persönlichkeit, ein anderes Empfinden für gute Führung und auch völlig unterschiedliche Ansprüche und Bedürfnisse an eine Führungskraft.
Egal was Bücher Ihnen beibringen, was Sie in Seminaren trainieren oder welche weisen Ratschläge Sie von anderen Führungskräften erhalten – am Ende zählt doch nur, wie Ihre Teammitglieder auf Ihre Führung reagieren. Wie sie handeln und wie ihre Einstellung der Unternehmung gegenüber ist. Denn letztlich geht es bei Führung auch um Steuerung. Wenn Ihre Mitarbeiter bzw. Kollegen nicht mitziehen, dann werden Sie Ihre Ziele auch nicht erreichen. Und unter Berücksichtigung aller menschlichen und sozialen Aspekte geht es im wirtschaftlichen Bereich letztlich immer darum, die Unternehmensziele zu erreichen.
Wie also wird man diese perfekte Führungskraft?

Natürlich wollen wir die „perfekte“ Führungskraft sein, erfolgreiche Teams als Verantwortlicher zum Sieg führen usw. Die Frage, die immer wieder auftaucht, ist das „Wie?“.
Punkt 1: Lassen Sie Ihr Ego zu Hause!

Mahatma Gandhi hat einmal gesagt:

Sei die Veränderung, die du in der Welt sehen möchtest.

In diesem Zitat liegt der erste von drei Punkten, die ich Ihnen hier näherbringen möchte: Wer gut führen will, muss sich zuerst einmal selbst führen können.

Oder würden Sie einem notorisch gestressten Menschen zutrauen, Ruhe vermitteln zu können? Oder einem sehr autoritären Machtmenschen das einfache Delegieren verschiedener Aufgaben? Eher nicht, oder? Deshalb ist es wichtig, dass Sie die Eigenschaften, die Sie sich von Ihren Mitarbeitern wünschen, auch bei sich selbst wiederfinden.

Leicht gesagt … was ist dafür notwendig? Zunächst einmal benötigen Sie dafür eine gute Selbstreflexion. Das bedeutet, dass Sie Ihr eigenes Verhalten ständig hinterfragen. Und wenn jemand nicht so reagiert, wie Sie sich das vorgestellt haben, dann suchen Sie die Ursache für dieses Verhalten immer zuerst bei sich selbst. Denn nur bei sich selbst kann man zu 100 % etwas verändern.

Natürlich können Sie aufgrund hierarchischer Strukturen Druck aufbauen und etwas durchsetzen. Nur ist das auf Dauer nicht effektiv, denn hierarchischer Druck ist meist in Verbindung mit Angst wirksam. Dies könnte die Angst sein, den Job zu verlieren oder auch vor anderen Konsequenzen. Über einen längeren Zeitraum jedoch verliert dieser Druck an Wirkung. Entweder, weil sich herausstellt, dass die Drohungen nur heiße Luft sind, oder, weil der Mitarbeiter so zermürbt ist, dass er/sie nicht länger für Sie arbeiten möchte.

Nur über sich selbst haben Sie allein die Kontrolle und somit auch eine „Garantie“ für Ergebnisse. Beginnen Sie also bei sich selbst und stellen Sie zunächst einmal Ihre eigene Einstellung und Ihre Handlungen in Frage. Fragen Sie sich zum Beispiel:

Wie gehe ich mit Stress um?
Wie reagiere ich auf die Probleme anderer?
Wäre ich selbst mein eigenes Vorbild? (Wenn ja, warum?/Wenn nein, warum nicht?)
Wie leicht lasse ich mich ablenken?
Wie gut setze ich Vorgaben anderer um?
Wie nehme ich Kritik an?

Erkennen Sie z. B., dass Sie auf Probleme anderer recht ungeduldig reagieren, so könnte Ihnen das ein wertvolles Feedback geben in Bezug auf eine mögliche Verhaltensänderung.

Diese Fragen immer wieder für sich selbst zu beantworten, könnte ein erster Schritt sein. Die große Herausforderung liegt nun im ehrlichen Anerkennen etwaiger Schwächen einzelner Bereiche. Fragen Sie sich beispielsweise, wie leicht oder schwer es Ihnen selbst fallen könnte, sich einzugestehen, dass Sie vielleicht äußerst sensibel auf Kritik reagieren (obwohl Sie vielleicht immer davon ausgegangen sind, dass Sie sehr empfänglich für Kritik sind). Womöglich müssen Sie auch erkennen, dass Sie doch nicht so Stress-resistent zu sein scheinen, wie Sie vielleicht dachten

Nutzen Sie hierfür auch die Aussagen und Handlungen anderer Menschen und (mindestens genauso wichtig) die Nicht-Aussagen und Nicht-Handlungen derselben Menschen.

Sicherlich werden Sie sich auch mal auf den Schlips getreten fühlen, aber es geht nicht darum, wer letztlich recht hat! Es geht nur darum, Informationen und Feedback zu erhalten, das Ihnen hilft, eine bessere Führungskraft zu sein.

Das Erkennen und „Sich-Eingestehen“ ist der erste Schritt. Jedoch ist dies nur die halbe Miete. Denn jetzt müssen Sie dieses Verhalten auch verändern. In o. g. Beispiel haben Sie beispielsweise festgestellt, dass Sie nicht ganz so Stress-resistent sind, wie Sie dachten. Jetzt geht es darum, daran zu arbeiten – in diesem Fall könnte dies das Durchführen bestimmter Entspannungsübungen, das Lesen eines Buches oder der Besuch eines Seminars/Workshops zum Thema sein. Sie können sich auch coachen lassen oder, sofern möglich, verändern Sie Ihr Verhalten einfach von sich aus.

Dazu muss man eine Sache beiseite schieben – und genau HIER scheitern die meisten Menschen: Vergessen Sie Ihr Ego! Übertriebenes Selbstbewusstsein oder womöglich Selbstüberschätzung sind hier völlig fehl am Platz! Analysieren Sie Ihre Schwierigkeiten, die Aussagen anderer und öffnen Sie sich den Verbesserungsmöglichkeiten.

Von Heiko Schwardtmann * http://www.zeitzuleben.de/14311-selbstgecoaching-zur-perfekten-fuehrungskraft/

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