Führung – Der Chef als Vorbild

 

Führung – Der Chef als Vorbild

In einem Unternehmen, das in seinem Leitbild im „Mittelpunkt der Mensch“ proklamierte, konnte ich vor Beginn eines Teamworkshops beobachten, wie der Personalchef das Haus betrat, mit „Tunnelblick“ grußlos durch die Personal-Abteilung marschierte um sein Büro im benachbarten Gang aufzusuchen. Ich fragte eine Mitarbeiterin, was dieser wortlose Auftritt zu bedeuten hätte, und sie antwortete mit einem Achselzucken, dass es für diesen Chef „ganz normal“ sei, nicht zu grüßen.

 

Was der Chef sagt, wirkt weniger als das was er tut

Wenn es  Unterschiede zu beobachten gibt zwischen dem was der Chef sagt und dem was er tut, so werden sich Mitarbeiter mehr an dem orientieren, was er  t u t. Erfahrungen belegen, dass Verhalten immer stärker und nachhaltiger wirkt und als Worte.

So ist es für Führungskräfte wichtig, eine Wahrnehmung und ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, wie sie sich in ihrem Arbeitskontext verhalten. Verlangen Sie von ihren Mitarbeitern die Einhaltung bestimmter Regeln und Vorschriften, über die sie sich selbst gerne hinwegsetzen?

Wenn es im Unternehmen gewünscht ist, bestimmte ethische Verhaltensregeln umzusetzen, dann wäre es kontraproduktiv, wenn die Führung – für alle sichtbar und mit einem gewissen Selbstverständnis –   gegen diese Regeln verstößt. Mitarbeiter reagieren darauf nicht nur persönlich betroffen, sondern sie entwickeln u.U. sogar detektivische Aufmerksamkeit und erstellen Listen, wie oft der Vorgesetzte gegen diese Regeln verstoßen hat.

Die Konsequenzen eines solchen Verhaltens sind klar, die Führung verliert an Glaubwürdigkeit und Autorität, verursacht sogar Demotivation unter den Mitarbeitern, ganz zu schweigen von einem zunehmenden Vertrauensverlust.

Im umgekehrten Fall gibt es natürlich auch die positiven Auswirkungen, die ich sehr gerne in kleinen, familiär geführten  Unternehmen beobachte. Der Chef ist mittendrin im Zentrum des Geschehens, agiert regelkonform und kennt die Arbeitsabläufe und Problemlösungen im Detail. In einem Tagungshotel kenne ich einen Inhaber, der z.B.  bei festlichen Bankett-Veranstaltungen zügig und versiert mit Hand anlegt, wenn situativ bedingt noch einmal Tische und Stühle gerückt werden müssen. Und dies ganz nonchalant im Smoking. Das kommt sehr gut an bei den Mitarbeitern, die umgekehrt in einem vorbildlichen Arbeitsklima auch für den Chef und das Unternehmen gerne ihr Bestes geben.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass der Widerspruch zwischen Worten und dem eigenen Handeln sich ganz besonders schädlich in Situationen auswirkt, wo die Führungskraft  die Absicht hat, Vertrauen mit und unter den Mitarbeitern zu bilden.

 

Autorin: Marion Hahn  * www.brainbreeze.de

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