Kreativität und Gehirn

5. Februar 2011

Kommunikation, Persönlichkeit

Das ca. 1,5 kg schwere Gehirn besitzt viele Milliarden Nervenzellen. Die grandiosen Leistungen sind besondere geistige Fähigkeiten wie rationales oder emotionales Handeln, Verhaltenssteuerung, abstraktes Denken und Lernfähigkeit. Um dies leisten zu können, besteht es aus verschiedenen Arealen mit unterschiedlichen Spezialisierungen. Festzuhalten ist, dass unser heutiges Gehirn sich in den letzten 4 000 Generationen nicht wesentlich verändert hat. Mit der Eiszeit begann die Geschichte der Menschheit …in Mitteleuropa, die mit dem Schaffen von Kultur durch die Kreativität nicht möglich gewesen wäre.

Das menschliche Gehirn besteht aus zwei Hälften (der rechten und linken Hirnhemisphäre), auf denen unterschiedliche Funktionszentren und Assoziationsfelder verortet sind. Die Hemisphären sind durch einen Balken verbunden. Vereinfacht lässt sich feststellen, dass Kreativität vor allem in unserer rechten Gehirnhälfte entsteht. Diese ist für Formen, Figuren und Emotionen zuständig. In unserer Gesellschaft wird aber vor allem die linke Gehirnhälfte gefördert. Hier ist das Zentrum für logisches Denken, Zahlen und verbale Sprache. Die besondere Relevanz der rechten Hirnhemisphäre für Kreativität konnte aber in der neurowissenschaftlichen Forschung bis heute nicht exakt nachgewiesen werden. Interessant ist, dass eine schwache, aber gleichmäßige Aktivität mehrerer Hirnareale zu einer wahrscheinlicheren Verknüpfung weit auseinander liegender kognitiver Elemente und somit zu kreativen Kognitionen im Sinne divergenten Denkens führen. Andererseits hat man festgestellt, dass eine hohe Aktivität besonders in präfrontalen Hirnregionen zu Kreativakten führt. Die Rolle der sogenannten Neurotransmitter ist nicht endgültig geklärt. Kreative Personen weisen einen niedrigeren Noradrenalinspiegel auf. Dies kommt einer kognitiven Flexibilität zugute und führt – was wieder sehr interessant ist – „zur Aktivierung weiträumiger neuronaler Netzwerke und damit zur Aktivierung entfernterer kognitiver Elemente und ungewöhnlicher Beziehungen zwischen diesen.“ix Die Hormone Adrenalin und Noradrenalin als Gegenspieler der zur Informationsvermittlung notwendigen Transmitter entstehen bei Stress. Es folgen Denkblockaden, Sinnesstörungen, Gedächtnislücken. In diesem Zustand sind die kreativen Möglichkeiten sehr reduziert. Zu den besonderen Eigenschaften eines Gehirns gehört zudem die Fähigkeit, zeitlebens die „Verschaltungen“ neu gestalten zu können. So lassen sich eingefahrene Denk- und Verhaltensweisen, Überzeugungen und Gefühlsstrukturen verändern und neu schaffen. Das Gehirn selbst ist immer kreativ. Bereits Frederic Vester hat darauf hingewiesen, dass man durch Assoziationen und vielen Stimuli weite Teilbereiche des Gehirns aktivieren solle und dadurch vermehrt eine Synapsenbildung zu fördern, die Grundlage ist, um die Gesamtheit des Gehirn miteinander zu vernetzen.x Bei kreativen Prozessen hat es sich als hilfreich erwiesen beide Gehirnhälften zu aktivieren, um von den Möglichkeiten beider Hemisphären zu profitieren. Es ist wichtig, sich immer wieder neuen Aufgaben zu stellen. Wer sich mit neuen Themen und Tätigkeiten beschäftigt, sorgt dafür, dass im Gehirn immer wieder neue Vernetzungen geschaffen werden. Umgekehrt baut das Gehirn bei Unterforderung stetig ab.

posted by Marion Hahn * Quelle:     http://www.initiative-hobby-kreativ.de/kreativitaetsfoerderung03.html

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