"Time"-Rangliste: Merkel, Messi und die Mächtigen

22. April 2011

Geschichten, Persönlichkeit

22.04.2011

„Time-Magazine“
Merkel erobert Platz in Mächtigen-Rangliste

Berlin – Auch eine Kanzlerin muss mal ausspannen. Warum nicht an Ostern? Weil die Chefin über die Feiertage ruhig mal fehlen kann, erholt sich Angela Merkel derzeit auf der kanarischen Ferieninsel La Gomera. Mit dabei: Ihr Mann Joachim Sauer. Gemeinsam feiern sie seinen 62. Geburtstag. Am Montag geht’s zurück, Dienstantritt ist aber erst wieder am 2. Mai.

Man darf davon ausgehen, dass ihre Mitarbeiter ihr bis dahin die aktuellste Ausgabe des US-Magazins „Time“ auf den Schreibtisch gelegt haben. Die beinhaltet für die Kanzlerin nämlich eine freudige Nachricht: Sie ist zurück in der jährlichen Rangliste der 100 einflussreichsten Menschen der Welt. Als einzige Deutsche, nachdem sie im vergangenen Jahr ihren Namen im Kreis der Mächtigsten noch vergeblich suchen musste.

Ebenfalls den Sprung auf die Liste schaffte der ägyptischen Google-Manager Wael Ghonim. Das ist der Mann, der Ägyptens Regime zu Jahresbeginn das Fürchten gelehrt und über eine Facebook-Seite eine ziemlich wichtige Rolle bei dem Umsturz in seinem Heimatland gespielt hatte.

Auch Assange, Zuckerberg und Obama schafften es auf die Liste

„Wael Ghonim steht für die Jugend, die die Mehrheit der ägyptischen Gesellschaft ausmacht“, schrieb der ägyptische Friedensnobelpreisträger Mohamed ElBaradei in dem Porträt des Mannes. Ghonim habe verstanden, dass die sozialen Online-Netzwerke wie Facebook das „mächtigste Werkzeug für die Entwicklung von Ideen und die Mobilisierung von Menschen“ geworden seien. „Time“ wählte auch weitere Internet-Größen unter die 100 einflussreichsten Menschen: Den WikiLeaks-Frontmann Julian Assange etwa, Facebook-Chef Mark Zuckerberg und Google-Mitgründer Larry Page.

Dem exklusiven Kreis gehören außerdem US-Präsident Barack Obama und seine Frau Michelle, Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und Großbritanniens Regierungschef David Cameron an. Zu den Auserwählten zählen ebenfalls der Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz und der Chef der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet. Aus dem kulturellen Bereich kommen unter anderem der inhaftierte chinesische Künstler Ai Weiwei und US-Schriftsteller Jonathan Franzen. Auch das künftige britische Prinzenpaar William und Kate, die sich in der kommenden Woche das Jawort geben, sowie der argentinische Fußball-Star Lionel Messi und das kanadische Teenie-Idol Justin Bieber schafften es auf die Liste.

Noch viel schöner als die Rückkehr in den elitären Kreis ist für Kanzlerin Merkel übrigens das Lob, das das Magazin für sie bereit hält. Es ist eine wahre Hymne geworden. „Außerordentliche Talente“ werden Merkel darin bescheinigt, ihr „unermüdlicher“ Einsatz beim Kampf gegen die Finanzkrise in Europa wird gelobt und ihre „natürlich Zurückhaltung“ und Kompromissbereitschaft, die Deutschland wieder „großen Einfluss auf der Welt“ beschert hätten. Autorin der netten Zeilen ist die französische Wirtschaftsministerin Christine Lagarde.

So viel deutsch-französische Freundschaft war selten in letzter Zeit.

vme/luk/AFP/Reuters

Quelle: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,758680,00.html

 

 

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