Welt-Perspektiven

8. März 2010

Kommunikation

Ein Zwillingspaar in der Gebärmutter unterhält sich.

„Glaubst du eigentlich an ein Leben nach der Geburt?”

„Ja, ich denke schon, dass es das gibt. Unser Leben hier ist nur dazu
gedacht, dass wir wachsen und uns auf dieses Leben nach der Geburt
vorbereiten, vielleicht damit wir stark genug sind für das, was uns
erwartet.”

„Ach was! Ich glaube nicht, dass es das wirklich gibt. Wie soll denn das
überhaupt aussehen, so ein ‘Leben nach der Geburt’?”

„Na ja, das weiß ich auch nicht so genau. Aber es wird sicher heller als
hier sein. Und vielleicht werden wir herumlaufen und werden mit dem Mund
essen?”

„So ein Unsinn! Herumlaufen, das geht doch gar nicht. Und mit dem Mund
essen, so eine komische Idee! Und überhaupt: wozu gibt’s denn die
Nabelschnur?”

„Doch das geht ganz bestimmt. Es wird eben alles nur ein bisschen
anders!”

„Woher willst du das wissen? Es ist noch nie einer zurückgekommen von
‘nach der Geburt’. Mit der Geburt ist das Leben zu Ende, danach ist alles
finster und vorbei.”

„Auch wenn ich nicht genau weiß, wie das Leben nach der Geburt
aussieht, jedenfalls werden wir dann unsere Mutter sehen und sie wird für
uns sorgen.”

„Mutter? Du glaubst an eine Mutter? Wo ist sie denn bitte?”

„Na hier, überall um uns herum. Wir sind und leben in ihr und durch
sie. Ohne sie können wir gar nicht sein.”

„So ein Käse! Von einer Mutter habe ich noch nie etwas bemerkt, also gibt
es sie auch nicht.”

„Doch. Manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen hören.
Oder spüren, wenn sie unsere Welt streichelt.”

Quelle: Henri J.M. Nouwen

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